
06.03.2026
Ende Februar und Anfang März eskalierte der geopolitische Konflikt im Nahen Osten stark, was sich direkt auf den globalen Rohstoffmarkt auswirkte: Öl und Nichteisenmetalle wiesen erhebliche Preisschwankungen auf. Darüber hinaus sendete Indonesiens Nickelerzpolitik widersprüchliche Signale. Das Energieministerium des Landes hat die angestrebte Nickelproduktionsmenge für 2026 auf 209 Millionen Tonnen festgelegt, was fast 20 % weniger ist als bereits genehmigte Quoten. Der indonesische Bergbauverband sagte jedoch, dass im Juli eine Überarbeitung des RKAB-Dokuments geplant sei, was zu einer Erhöhung der Quoten um 30 % führen könnte, um den Bedürfnissen der Hütten gerecht zu werden. Die Unsicherheit hinsichtlich der politischen Erwartungen hat zu erheblicher Marktvolatilität geführt.
Nach der Feiertagszeit stiegen die Spotnotierungen für kaltgewalzten Edelstahl der Güteklasse 304 auf dem Wuxi-Markt im Allgemeinen an. Das Wachstum wurde durch eine Kombination aus der Stimmung im Zusammenhang mit der Umstellung der Anleger auf defensive Vermögenswerte und der zunehmenden Unterstützung von der Kostenseite angetrieben. Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten wirkt sich unmittelbar auf die weltweite Energieversorgung und die Sicherheit des Seeverkehrs aus. Die Risiken für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus haben zugenommen, was Bedenken hinsichtlich möglicher Störungen in den globalen Lieferketten schürt. Gleichzeitig nimmt die staatliche Beschaffung für Infrastrukturprojekte im Nahen Osten zu, was zu einer erhöhten Nachfrage nach Edelstahl führt. Um die Abhängigkeit von der Ölwirtschaft zu verringern, entwickeln die Länder der Region außerdem aktiv petrochemische Industrien, Meerwasserentsalzungsprojekte und andere Industrien, was zu einer stetigen Nachfrage nach korrosionsbeständigen Edelstahlrohren beiträgt. Dank seiner einzigartigen geografischen Lage als Bindeglied zwischen Asien und Europa sowie der Unterstützung regionaler Handelsabkommen erschließen chinesische Edelstahlproduzenten aktiv neue Märkte in den Ländern der Belt and Road Initiative. In den letzten zwei Jahren sind die chinesischen Edelstahlexporte in den Nahen Osten deutlich gewachsen.
Die Straße von Hormus nimmt eine strategisch wichtige Position ein. Es ist nicht nur eine wichtige Schifffahrtsroute für den Persischen Golf, sondern auch ein wichtiger Transportknotenpunkt für die Lieferung von chinesischem Edelstahl nach Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Irak, Kuwait und anderen Ländern in der Region. Wenn die Schifffahrt über die Taiwanstraße eingeschränkt wird, werden die Exportrouten unterbrochen, was zu höheren Transportkosten und einem Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Produkte auf ausländischen Märkten führen könnte. Die anhaltenden Auswirkungen der indonesischen Politik spiegeln sich vor allem in den Kosten der Edelstahlproduktion wider. Das vom indonesischen Ministerium für Energie und Bodenschätze vorgeschlagene Ziel einer Nickelerzproduktion von 209 Millionen Tonnen im Jahr 2026 hat großes Marktinteresse geweckt. Obwohl diese Zahl nur eine indikative Schätzung darstellt und keinen Einfluss auf die Erfüllung der bereits genehmigten RKAB-Quoten von 260 bis 270 Millionen Tonnen hat, sind angesichts der erhöhten Marktsensibilität erhöhte Erwartungen an Lieferengpässe verbunden. Aufgrund der Diskrepanz zwischen den angestrebten Produktionsmengen und den bereits genehmigten Quoten geht der indonesische Nickelbergbauverband davon aus, dass das aktualisierte RKAB im Juli 2026 genehmigt wird und die Nickelabbauquote um 30 % erhöht werden könnte. Kurzfristig wirken sich Erwartungen einer Quotenausweitung psychologisch negativ auf den Markt aus. Langfristig gesehen erhöhen wiederholte politische Änderungen jedoch nur die Erwartungen einer Angebotsverknappung und sorgen so für eine nachhaltige Preisunterstützung auf dem Markt.
Insgesamt bleiben steigende Kosten und eine Erholung der Nachfrage nach den Feiertagen die Schlüsselfaktoren für den Edelstahlmarkt. Auf der Kostenseite weckt Indonesiens umstrittene Nickelerzpolitik weiterhin die Erwartung langfristiger Versorgungsengpässe, sodass der Kostenstützungsfaktor weiterhin relevant bleibt. Darüber hinaus hat die jüngste Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran zu steigenden Transport- und Energiekosten geführt, was die Kosten für den Import von Rohstoffen, einschließlich Chromerz, weiter erhöht. Infolgedessen könnten die Grundkosten der Edelstahlproduktion weiter steigen. Mittel- bis langfristig sollte besonderes Augenmerk auf die Produktionsraten der Stahlwerke, die Dynamik des Lagerabbaus sowie die weitere Entwicklung der geopolitischen Lage gelegt werden.